Wer sein Geld weltweit investieren möchte, stößt neben dem MSCI World häufig auf die sogenannten Emerging Markets. Dabei handelt es sich um Schwellenländer, deren Volkswirtschaften sich noch in einer dynamischen Entwicklungsphase befinden. Ein ETF auf diesen Markt ermöglicht es Anlegern, mit nur einem Investment an der wirtschaftlichen Entwicklung zahlreicher Länder und Unternehmen teilzunehmen.
Was sind Emerging Markets?
Als Emerging Markets werden Länder bezeichnet, die wirtschaftlich zwischen Entwicklungs- und Industrieländern liegen. Dazu zählen beispielsweise China, Indien, Taiwan, Brasilien und Mexiko.
Der MSCI Emerging Markets Index bildet große und mittelgroße Unternehmen aus zahlreichen dieser Länder ab. Dadurch entsteht eine breite Streuung über verschiedene Volkswirtschaften und Branchen.
Wichtig: Der MSCI Emerging Markets ist ein Index und kein ETF. Ein ETF versucht, die Entwicklung dieses Index möglichst genau nachzubilden.
Welche Strategie verfolgt der ETF?
Ein ETF auf den MSCI Emerging Markets verfolgt in der Regel eine passive Anlagestrategie. Statt einzelne Aktien aktiv auszuwählen, bildet der Fonds die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index ab. Die Gewichtung der Unternehmen orientiert sich grundsätzlich an ihrer Marktkapitalisierung. Große Unternehmen haben dadurch einen stärkeren Einfluss auf die Wertentwicklung als kleinere.
Je nach ETF können dabei unterschiedliche Varianten zum Einsatz kommen. Einige Fonds investieren beispielsweise nur in große und mittelgroße Unternehmen, während andere zusätzlich kleinere Unternehmen berücksichtigen. Das Ziel ist nicht, den Markt zu schlagen, sondern seine Entwicklung möglichst kostengünstig abzubilden.
Welche Chancen bietet die Anlage?
Wirtschaftliches Wachstum:
Viele Schwellenländer verfügen über wachsende Bevölkerungen, steigenden Konsum und eine zunehmende wirtschaftliche Entwicklung. Davon können Unternehmen langfristig profitieren.
Globale Diversifikation:
Ein solcher ETF ermöglicht den Zugang zu Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Branchen. Damit kann er eine Ergänzung zu einem Investment in entwickelte Märkte darstellen.
Zugang zu Zukunftsmärkten:
Technologie, Digitalisierung, Infrastruktur und der wachsende Wohlstand in vielen Schwellenländern können langfristige Wachstumsmöglichkeiten schaffen.
Welche Risiken gibt es?
Die höheren Wachstumsmöglichkeiten gehen mit zusätzlichen Risiken einher.
Politische Risiken: Gesetzliche Änderungen, staatliche Eingriffe oder politische Instabilität können Unternehmen und Kapitalmärkte beeinflussen.
Währungsrisiken: Wechselkursschwankungen können die Rendite für Anleger aus dem Euroraum zusätzlich beeinflussen.
Stärkere Kursschwankungen: Aktien aus Schwellenländern können teilweise deutlich stärker schwanken als Aktien aus entwickelten Märkten. Zwischenzeitlich hohe Verluste sind deshalb möglich.
Länderkonzentration: Obwohl der ETF viele Unternehmen enthält, können einzelne Länder einen relativ großen Anteil des Index ausmachen. Die Entwicklung dieser Märkte kann dadurch einen erheblichen Einfluss auf das Gesamtergebnis haben.
Für wen kann ein Emerging-Markets-ETF interessant sein?
Ein solcher ETF kann für Anleger interessant sein, die langfristig investieren und ihr Aktienportfolio geografisch breiter aufstellen möchten. Gleichzeitig sollte die höhere Schwankungsanfälligkeit zur persönlichen Risikobereitschaft passen. Er ist also eine gute Ergänzung zum MSCI World. Ein ETF auf Schwellenländer ist daher kein Ersatz für eine individuelle Anlagestrategie, sondern kann ein Baustein eines breit diversifizierten Portfolios sein.














