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AltersvorsorgeETF

ETF-Rentenversicherung lohnt sich nicht

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ETF-Rentenversicherungen sind ein massiv unterschätztes Mittel für die Altersvorsorge.

In meinen Beratungen stolpere ich häufig über diese Aussage: ETF-Rentenversicherung lohnt sich nicht. Doch ist das richtig? Eine ETF-Rentenversicherung bildet einen Versicherungsmantel um ein Depot ab. Dabei kann nicht mit Einzelaktien gehandelt werden, sondern lediglich in ETFs oder aktiven Fonds. Dieser Versicherungsmantel kostet natürlich etwas – Kosten, die im Depot so nicht berechnet werden. Doch ist die ETF-Rentenversicherung wirklich so schlecht?


Was macht eine ETF-Rentenversicherung aus?

Die Idee der ETF-Police ist, das Depot mit der Altersvorsorge zu verbinden und ein tatsächliches Altersvorsorgeprodukt daraus zu machen. Das bedeutet z.B. eine lebenslange Rente als Leistung wählen zu können. Dabei sollen die guten Eigenschaften aus beiden Welten miteinander verbunden werden.

Neben der Absicherung des Langlebigkeitsrisikos kannst du mit Zusatzbausteinen ebenfalls dein Berufsunfähigkeitsrisiko absichern und für deine Hinterbliebenen sorgen. Nehmen wir an, dass du einen Unfall hast und nicht mehr arbeiten kannst. Mit einem BU-Zusatzbaustein spart die Versicherung für deine Altersvorsorge weiter. Denn auch wenn bis zum Renteneintritt Absicherungen bestehen, muss auch im Rentenalter der Lebensunterhalt bestritten werden.

Ein sehr wichtiger Faktor ist die steuerliche Behandlung in den Verträgen. Die ETF-Policen sind teurer als ein herkömmliches Depot. Darum punktet die ETF-Rentenversicherung mit Steuervorteilen. Die wichtigsten Steuervorteile auf einen Blick:

  • keine Vorabpauschale und Besteuerung innerhalb der Sparphase
  • keine Steuerbelastung bei Strategiewechsel
  • Bei Erreichen der Voraussetzungen findet die Behandlung nach dem Halbeinkünfteverfahren statt
  • Ein Entnahmeplan, in der nur die tatsächlich ausgeschüttete Rente mit dem Ertragsanteil steuerlich behandelt wird (Teilfreistellung & Halbeinkünfteverfahren)

Das Halbeinkünfteverfahren besagt, dass nur die Hälfte der Erträge für die steuerliche Betrachtung herangezogen werden. Dazu musst du den Vertrag mindestens 12 Jahre bestehen haben und mindestens 62 Jahre alt sein. Wenn wir über Altersvorsorge sprechen, erfüllst du diese Parameter auf jeden Fall und profitierst daher von einem sehr starken Steuervorteil, der auch eine große Wirkung auf den Zinseszinseffekt in der Rentenphase hat.


Was bedeutet das konkret?

Nehmen wir an, Max, 24 Jahre und Angestellter, verdient 3.000 EUR im Monat. Max spart 150 EUR in ein kostengünstiges Depot und 150 EUR in eine ETF-Rentenversicherung. Beide Anlagen geben 7% Bruttorendite.

Im Depot ergeben sich dann folgende Werte:

399.424,53 EUR Kapital zum 67. Lebensjahr, bei Kapitalverzehr bis zum 90. Lebensjahr kann eine Nettorente von 2.189,05 EUR ausgezahlt werden, die Gesamtentnahmen ergeben 604.177,90 EUR.

In der ETF-Police ergeben sich dann folgende Werte:

385.446,98 EUR Kapital zum 67. Lebensjahr, bei Kapitalverzehr bis zum 90. Lebensjahr kann eine Nettorente von 2.417,43 EUR ausgezahlt werden, die Gesamtentnahmen ergeben 667.211,04 EUR.

Obwohl das Depot zum 67. Lebensjahr die bessere Performance hingelegt hat, kommt aufgrund des Steuervorteils ein Mehrkapital gegenüber des Depots von 63.033,14 EUR zum Tragen. Das liegt vor Allem daran, dass sich mehr Kapital in der Police weiterhin verzinst, da brutto deutlich weniger aus dem Vertrag entnommen werden muss, als es im Depot der Fall ist.


Was muss ich noch wissen?

Im Beispiel haben wir eine ganz einfache Rechnung angestrebt und viele Annahmen geschaffen, die das Depot unterstützen. Statistisch gesehen wechselt ein Anleger alle 7 Jahre das Depot. Das führt zu starken steuerlichen Belastungen, die in einer ETF-Police nicht anfallen. Dieser Aspekt wird in der Beispielrechnung nicht berücksichtigt.

Außerdem besteht ein hohes psychologisches Risiko, in Krisenzeiten nicht zu investieren, sondern die Werte zu verkaufen. Das realisiert teilweise Verluste und nimmt die Chance auf gute Kursgewinne. Gerade kurz vor Renteneintritt spielt dieser Faktor eine große Rolle. Kurz gesagt: Du musst die roten Zahlen auch verkraften können und Krisen aussitzen.

Des Weiteren sind nicht alle Kosten transparent dargestellt. So muss man für die Kosten eines Sparplans oftmals Kosteninformationen separat einsehen. Diese sind oft nicht unerheblich und steigen auch mit Dauer der Anlage. Ein weiterer Punkt hinsichtlich Kosten ist der Verkaufszeitpunkt. So kann es auch einen Spread (Unterschied An- und Verkaufspreis) von 2,5% geben, wenn zur falschen Uhrzeit an der falschen Börse verkauft wird.


 

Meine Empfehlung

Das Depot ist keine schlechte Maßnahme an sich. Sie dient dem Ziel des Vermögensaufbaus und das sogar sehr gut. Wenn wir aber wirklich Altersvorsorge richtig machen wollen, dann muss es die ETF-Police sein. In jedem Fall gilt: Bevor du etwas abschließt, informiere dich zu den einzelnen Themen. Nur dann kannst du eine gute Entscheidung treffen.

Bist du mit dem Thema Altersvorsorge noch unschlüssig und brauchst Unterstützung, dann lass uns sehr gerne ins Gespräch gehen. Ich zeige dir, wie ich die Altersvorsorge meiner Kunden gestalte und was für dich wichtig ist. Dann kannst du entscheiden, ob du mit mir zusammen arbeiten möchtest.

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